Einfache Gesellschaft

Die einfache Gesellschaft ist - wie der Name suggeriert - die einfachste Form einer Personengesellschaft. Es ist die vertragsmässige Verbindung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln (OR Art. 530-551).
Einfache Gesellschaften werden oft nur für eine gewisse Zeit gegründet, z.B. ein Baukonsortium, das sich nach Fertigstellung des Bauwerks wieder auflöst.
Eine einfache Gesellschaft tritt nach aussen nur als Interessengemeinschaft auf. Sie besitzt daher weder eine eigene Rechtspersönlichkeit, noch muss sie gegen aussen unter einem eigenen Namen auftreten. Dadurch kommt in der Praxis vielfach eine einfache Gesellschaft zustande, ohne dass sich die Beteiligten dessen bewusst sind. Diese Unwissenheit kann in Haftungsfällen zu einem bösen Erwachen führen.
Denn in Sachen Haftung ist diese Gesellschaftsform nicht ohne Tücken: Die Gesellschafterinnen und Gesellschafter haften nach aussen solidarisch und unbeschränkt für die Verbindlichkeiten der gesamten Gesellschaft. Eine Haftungseingrenzung besteht nur dann, wenn ein Gesellschafter ausdrücklich im eigenen Namen handelt.
Die Gründung einer einfachen Gesellschaft bedarf keiner speziellen Form. Ein Eintrag ins Handelsregister ist nicht notwendig und auch nicht möglich. Sehr zu empfehlen ist aber der Abschluss eines schriftlichen Vertrags, der unter anderem die Geschäftsführung, die Aufteilung von Arbeit und Kompetenzen, die Beiträge sowie die Gewinn- und Verlustverteilung verbindlich regelt.

 

Kollektivgesellschaft
Die Kollektivgesellschaft ist eine Personengesellschaft, für deren Verbindlichkeiten neben dem Gesellschaftsvermögen subsidiär alle Gesellschafter unbeschränkt und solidarisch haften. Als Gesellschafter kommen nur natürlich Personen in Frage. Der Name (Firma) muss den Namen mindestens eines Gesellschafters enthalten. Der Sitz kann nicht frei gewählt werden, sondern befindet sich am tatsächlichen Mittelpunkt des Unternehmens.
Die Beteiligungsverhältnisse und Gesellschafterpflichten richten sich in der Regel nach dem Gesellschaftervertrag. Besteht keine Abmachung, hat jeder Gesellschafter gleichen Anteil an Gewinn und Verlust.
Die Geschäftsführung und Vertretung steht jedem Gesellschafter selbständig zu, sofern nichts abweichendes vereinbart ist.
Die Gesellschafter werden einzeln besteuert; die Kollektivgesellschaft ist also kein selbständiges Steuersubjekt.
Ein Mitgliederwechsel ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich; der Ausscheidende haftet ausserdem noch während fünf Jahren weiter.

 
Kommanditgesellschaft
Die Kommanditgesellschaft gleicht in ihrer Struktur der Kommandit-AG, sie ist jedoch keine juristische Person, sondern eine Personengesellschaft. Anstelle von beschränkt haftenden Aktionären verfügt sie jedoch über Kommanditäre, die nur bis zu einem bestimmten Betrag haften. Daneben stehen die Komplementäre als unbeschränkt haftende Gesellschafter, deren Rechtsstellung mit einer Kollektivgesellschaft vergleichbar ist. Der Name (Firma) muss den Familiennahmen eines Komplementärs enthalten. Der Sitz kann nicht frei gewählt werden, sondern befindet sich am tatsächlichen Sitz des Unternehmens.
Als Komplementäre kommen - im Gegensatz bspw. zu Deutschland - nur natürliche Personen in Frage, womit die deutsche "GmbH & Co. KG" ausgeschlossen ist. Demgegenüber können Kommanditäre auch juristische Personen sein. Alle Gesellschafter sind namentlich im Handelsregister publiziert.
Die Haftung der Kommanditäre beschränkt sich auf die Kommanditsumme, d.h. die im Handelsregister eingetragene Haftungssumme, für die jeder Kommanditär persönlich und solidarisch mit den übrigen Kommanditären haftet. Diese Summe ist unabhängig von seiner Kommanditeinlage, also dem Betrag, welchen er sich verpflichtet hat, der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Die Kommanditeinlage kann somit die Kommanditsumme übersteigen und umgekehrt.
Die Geschäftsführung und Vertretung obliegt alleine den Komplementären. Kommanditäre können höchstens als Prokuristen eingesetzt werden.